Deutschland will die Verfahren vereinfachen und es Auswanderern erleichtern: sie sollen schon im Voraus prüfen können, ob die in den Herkunftsländern erworbenen Diplome mit den deutschen Anforderungen übereinstimmen. Der Zweck dieser Initiative ist es, der Regierung das Verfahren zur Anerkennung von beruflichen Qualifikationen von Zuwanderern zu vereinfachen und damit ihre Integration schneller voran zu treiben. Dazu fehlten in Deutschland allerdings Spezialisten.
Die neue Gesetzgebung adressiert eine Vielzahl von Berufen, insbesondere solche, in denen der Qualifizierungsprozess in allen Bundesländern einheitlich geregelt ist – zum Beispiel in Medizin, Bildung oder Justiz. Somit kann der Inhaber eines Diploms im Ausland seine Unterlagen einreichen und wird innerhalb von drei Monaten, überprüft ob die Ausbildung den notwendigen theoretischen und praktischen Kenntnissen entspricht. Bei Unzulänglichkeiten übermitteln die zuständigen Behörden dem Antragsteller die Empfehlungen, die Studien abzuschließen oder gegebenenfalls fortzusetzen. Es wird geschätzt, dass etwa 300.000 Menschen von diesem Gesetz profitieren können.
Die Bewertung von Abschlussdiplomen basiert auf der so genannten Lissabon-Konvention. Die Länder der Bundesrepublik Deutschland delegierten diese Aufgabe an das Zentralamt für Bildung (Aus- und Fortbildung) für Ausländer – ZAB. Das Büro – ZAB stellt Zertifikate des Hochschuldiploms aus, die in allen Ländern der Welt erhalten wurden.
Die Bewertung des Diploms soll den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. Das Bewertungsverfahren für das Diplom ist nicht dasselbe wie die berufliche Anerkennung. Für die Ausstellung des Zertifikats ist eine Gebühr von 200 Euro aufzubringen. Professionelle Anerkennung ist für viele Berufe nützlich. Für einige Berufe ist es sogar eine notwendige Voraussetzung für die Ausübung des Berufs in Deutschland. Es hängt davon ab, welcher Beruf betroffen ist.
Gegenwärtig benötiget man für die Ausübung eines Berufs oder die Verwendung eines reglementierten Berufsabschlusses oder -titels die Anerkennung der beruflichen Qualifikationen. Mit einem im Ausland erworbenen Abschluss ohne Anerkennung von Qualifikationen darf man diese Berufe in Deutschland nicht ausüben. Beispiele reglementierter Berufe sind in Deutschland die Berufe Arzt, Krankenschwester, Rechtsanwalt, Lehrer, Erzieher und Ingenieur.
Bei nicht reglementierten Berufen ist Anerkennung keine notwendige Voraussetzung für die Ausübung des Berufs. Für diese Berufe kann man sich direkt für einen Job bewerben und arbeiten. Die Bewertung Ihres Qualifikationstitels kann jedoch für Arbeitgeber und Unternehmen hilfreich sein, um besser zu verstehen, was für eine ausländische Qualifikation der Beschäftigte besitzt. Ein anerkannter gleichwertiger Titel bietet einem außerdem Zugang zu fortlaufendem Training. Nicht reglementierte Berufe in Deutschland sind alle Berufe, die eine Lehrausbildung erfordern.
Für Hochschuldiplome aus dem Ausland, die nicht zu einem reglementierten Beruf führen (zB Mathematiker, Ökonom, Journalist), brauchen Sie keine Anerkennung. Es besteht jedoch die Möglichkeit, bei der Ausländerbehörde (ZAB) eine individuelle Beurteilung des Diploms zu beantragen.
Wenn man ein Studium an einer deutschen Hochschule beginnen will oder Anerkennung von Studienleistungen und Prüfungsleistungen im Ausland (akademische Anerkennung) erhalten möchte, sollte man sich direkt bei der Hochschule informieren.