An einer moldawischen Hochzeit nimmt das ganze Dorf teil. Es ist ein Fest für alle!
Die Vorbereitungen beginnen mit dem Bürgermeister, der von Tür zu Tür geht und die Dorfbewohner zur Hochzeit ruft.
Am Mittwoch vor der Hochzeit wird der Teig für das Cozonaci Sim Brot zubereitet und am Donnerstag werden die Kohlrouladen vorbereitet.

Die Hochzeit beginnt mit den Trauzeugen und den Paten, die begleitet von Musikern, den Eltern den Bräutigam abnehmen.  Sie alle gehen zum Haus der Braut, wo die Patin den Schleier über die Braut legt und den Bräutigam herrichtet, ihn parfümiert und seinen Bart frisiert. Das junge Paar wird voneinander getrennt; vor ihren jeweiligen Eltern entschuldigen sie sich  für ihre Fehler und versprechen, ein guter Ehemann und eine gute Ehefrau zu sein. Dann gehen alle in die Kirche. In der Brautkirche tragen sie zwei Ringe, einen Krug Wein, eine Tuch, Kreuze und eine Ikone. Der Tradition nach muss der Bräutigam einen Fuß auf die Braut setzen, um eine gehorsame Frau zu haben. Am Ausgang der Hochzeitskirche werden Weizen und Reis als Symbole des Überflusses geworfen, und die Braut wirft einen Wassereimer mit Wasser um, der ihr zuvor in den Weg gestellt worden war. Nach der Eheschließung durch den Priester gehen die Frischvermählten, die Paten und das ganze Gefolge an den Ort, an dem die richtige Feier stattfindet. Hier werden Braut und Bräutigam mit der Süße weißer Kirschen begrüßt als Zeichen dafür, ein süßes Leben miteinander zu führen. Auf der Party wird traditionelles moldawisches Essen serviert, und die Atmosphäre wird mit Volksmusik und Tänzen untermalen. Gegen Morgen legt die Braut den Schleier ab und gibt ihn einer zukünftigen Braut. Im Gegenzug nimmt sie ein Taschentuch an sich, das ihren Eintritt in die Gruppe der verheirateten Frauen symbolisiert. Nach Beendigung des Festmahls trägt der Bräutigam seine Braut in seinen Armen über die Schwelle, um seine Frau vor den bösen Geistern zu bewahren. Die Braut darf nicht mehr das Elternhaus betreten, bis sie gerufen wird, ansonst hat sie Pech in der Ehe. Ein anderer Brauch ist es, den Paten ein Geschenk zu machen, um Dankbarkeit und Respekt zu zeigen.