Große Turniere sind immer für eine Überraschung gut , das wissen wir nicht erst seit der WM 2018, wo sich Kroatien entgegen aller Erwartungen bis ins Finale kämpfte und sich erst dem jetzigen Europameister Frankreich geschlagen geben musste. Ähnliches lässt sich auch bei der Europameisterschaft der U21 verfolgen, denn ein Team schaffte es ins Halbfinale, dem wohl die wenigsten diesen Erfolg zugetraut hätten: Das Nationalteam Rumäniens. Mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung war man schließlich nur noch einen Schritt vom großen Finale entfernt und brachte das deutsche Team an den Rand einer Niederlage. Doch zwei direkt verwandelte Freistöße der Deutschen ließen die rumänischen Träume am Ende zerplatzen. Die Mannschaft kann dennoch mehr als stolz auf sich und das Geleistete sein: Auf die rumänische Fußballnation könnten in naher Zukunft glanzvolle Tage zukommen, die Jugend ist bereit für Großes.

Einer der jungen Wilden sticht ganz besonders hervor: Der Mittelfeldspieler Ianis Hagi. Der Name ist in Rumänien Programm, denn in den Neunzigern war Ianis‘ Vater Gheorge das Aushängeschild des rumänischen Fußballs. Der Spielmacher stand unter anderem bei Real Madrid unter Vertrag. Auch heute noch behandeln ihn die Leute wie einen Nationalhelden und sein Sohn Ianis ist auf dem besten Wege, in seine Fußstapfen zu treten.

Bereits gegen England stellte Hagi unter Beweis, dass er nicht nur wegen seines Namens Teil des Teams ist. Er war es, der den entscheidenden Ball aus rund 20 Metern zum 2:1 in die Maschen jagte. Bereits die 85 Minuten zuvor war er durch präzise Pässe und schnelle Sprints eine dauerhafte Gefahr für die englische Abwehr. Auch bei seinem Heimatverein FC Viitorul war er in 39 Pflichtspielen an 22 Toren beteiligt. Aktuell soll der BVB aus Dortmund Interesse daran haben, Hagi zu verpflichten. Bereits vor einem möglichen Wechsel ist klar: Egal, wo das junge Talent am Ende landet, Gheorge Hagi kann mächtig stolz auf seinen Sohn sein.